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Die Geschichte Israels: Land, Menschen und Kulturen

Von Kanaan und den Königreichen Israel und Juda über die großen Reiche bis zur britischen Mandatszeit.

Die Geschichte Israels: Land, Menschen und Kulturen
A crowd outside the Church of the Holy Sepulchre in Jerusalem, 1898. This late Ottoman photograph illustrates the city’s layered religious history; it is not a reconstruction of antiquity.
Credit: American Colony Jerusalem photographic department; photographer not individually identified. Public domain. Archive record and image details.

Ein Land mit vielen Geschichten

Die Geschichte des Landes Israel beginnt lange vor der Staatsgründung von 1948. Zwischen Mittelmeerküste, Bergland und Jordantal verliefen Wege, die Ägypten, Syrien und Mesopotamien verbanden. Handel und kultureller Austausch gehörten ebenso zu dieser Geschichte wie Eroberungen. Bezeichnungen wie Kanaan, Israel, Juda, Judäa und Palästina stammen aus unterschiedlichen Zusammenhängen. Sie beschreiben keine über Jahrtausende unveränderten Grenzen. Die Geschichte jüdischer Gemeinden ist dabei mit der anderer Bevölkerungsgruppen verbunden.

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Kanaan und die Entstehung Israels

In der späten Bronzezeit bestand Kanaan aus Stadtstaaten unter starkem ägyptischem Einfluss. Archäologen untersuchen Siedlungen, Keramik und Inschriften, um die Entstehung israelitischer Gemeinschaften im Bergland zu verstehen. Die Hebräische Bibel bewahrt Erzählungen über die Erzväter, den Auszug aus Ägypten und das Königtum. Für religiöse Überlieferung und historische Forschung gelten unterschiedliche Fragestellungen. Nicht jedes erzählte Ereignis lässt sich unabhängig bestätigen; besonders Umfang und Gestalt eines frühen vereinigten Königreichs bleiben umstritten.

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Israel, Juda und das Exil

In der Eisenzeit waren das nördliche Königreich Israel mit seiner Hauptstadt Samaria und das südliche Juda mit Jerusalem eigenständige politische Gebilde. Assyrien eroberte das Nordreich im späten achten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Babylon zerstörte Jerusalem und den Ersten Tempel 586 v. Chr. und deportierte Teile der Bevölkerung. Nicht alle Menschen verließen das Land. Unter persischer Herrschaft konnten später einige Vertriebene zurückkehren; Wiederaufbau und Erinnerung an das Exil prägten jüdisches Leben dauerhaft.

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Die Zeit des Zweiten Tempels

Persische, hellenistische und römische Herrschaft veränderten Politik und Kultur. Die Begegnung mit der griechischen Welt führte zu Austausch und Konflikten. Nach dem Makkabäeraufstand entstand unter den Hasmonäern eine Phase jüdischer Herrschaft. Rom gewann im ersten Jahrhundert v. Chr. die Kontrolle. Herodes verband große Bauvorhaben mit Abhängigkeit von Rom. Das Judentum dieser Epoche war vielfältig; aus diesem jüdischen Umfeld ging auch das Christentum hervor. Die Region blieb Teil eines größeren mediterranen und nahöstlichen Zusammenhangs.

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Römische Kriege und byzantinische Herrschaft

Der Aufstand gegen Rom endete 70 n. Chr. mit der Zerstörung des Zweiten Tempels. Der Bar-Kochba-Aufstand von 132 bis 135 brachte weitere Verwüstung und Vertreibung. Dennoch wurden nicht alle Juden gleichzeitig aus dem Land entfernt. Gemeinden bestanden weiter, während jüdisches Leben auch in der Diaspora blühte. Mit der Christianisierung des Byzantinischen Reiches änderten sich die religiösen Machtverhältnisse. Kirchen und Pilgerstätten gewannen Bedeutung; jüdische Gemeinschaften lebten unter wechselnden Einschränkungen und bewahrten eigene Institutionen.

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Islamische Reiche und das Mittelalter

Die muslimische Eroberung im siebten Jahrhundert brachte eine neue politische Ordnung. Jerusalem erhielt auch im Islam eine dauerhafte religiöse Bedeutung. Arabisch verbreitete sich, während unterschiedliche Glaubensgemeinschaften fortbestanden. Kreuzzüge, muslimische Rückeroberungen und mamlukische Herrschaft führten zu weiteren Umbrüchen. Diese Jahrhunderte waren weder durchgehend friedlich noch durchgehend von Gewalt bestimmt. Lebensbedingungen unterschieden sich nach Zeit, Ort und Herrschaft. Heutige Nationalstaaten und Grenzen lassen sich nicht einfach auf mittelalterliche Gesellschaften übertragen.

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Vier Jahrhunderte im Osmanischen Reich

1516–1517 wurde die Region Teil des Osmanischen Reiches. Landwirtschaft, Handel, religiöse Einrichtungen und lokale Verwaltung bestimmten den Alltag. Jerusalem, Safed, Tiberias und Hebron waren wichtige Orte jüdischer Verbundenheit; muslimische und christliche Gemeinden gehörten ebenso zur Bevölkerung. Nach der Vertreibung aus Spanien und Portugal fanden viele sephardische Juden Aufnahme in osmanischen Gebieten. Ihre Netzwerke verbanden die Region mit Nordafrika, dem Balkan und dem östlichen Mittelmeer. Lokale Geschichte war deshalb stets auch eine Geschichte grenzüberschreitender Beziehungen.

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Nationalbewegungen und britisches Mandat

Im neunzehnten Jahrhundert veränderten Nationalismus, Migration und neue Verkehrswege die Region. Der Zionismus strebte jüdische Selbstbestimmung an; zugleich entwickelten sich arabische Unabhängigkeitsbewegungen. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm Großbritannien die Herrschaft. Einwanderung, Landfragen und politische Vertretung wurden zunehmend umkämpft. Der UN-Teilungsplan von 1947 führte nicht zu einer friedlichen Lösung. Bürgerkrieg und der Krieg von 1948 eröffneten ein neues Kapitel. Die Vorgeschichte erklärt tiefe Bindungen, ohne moderne Konflikte als zwangsläufige Folge der Antike darzustellen.

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Quellen und weitere Lektüre

  1. Historical overview
  2. Ancient Israel and Judah
  3. Second Temple period
  4. Jews in the Byzantine Empire
  5. Jews in the Ottoman Empire
  6. United Nations: history of the question of Palestine