Der Krieg von 1948, Israels Staatsgründung und die Nakba

Das Ende der britischen Herrschaft
Der Krieg von 1948 entwickelte sich im Zusammenhang mit dem Ende des britischen Mandats in Palästina. Jüdische und arabische Nationalbewegungen erhoben unterschiedliche politische Ansprüche. Die Vereinten Nationen empfahlen im November 1947 eine Teilung in einen jüdischen und einen arabischen Staat; für Jerusalem war eine Sonderregelung vorgesehen. Jüdische Führungspersonen akzeptierten den Plan als Ausgangspunkt, während arabische Führungen ihn ablehnten. Schon vor dem Abzug der Briten begannen gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen den Gemeinschaften.
Unabhängigkeit und Krieg
Am 14. Mai 1948 erklärte David Ben-Gurion die Unabhängigkeit Israels. Danach griffen Armeen benachbarter arabischer Staaten in den Krieg ein. Israelische Truppen kämpften unter anderem gegen ägyptische, jordanische und syrische Einheiten. Für Israelis steht der Sieg für den Bestand eines neuen Staates nach Jahren der Verfolgung und nach dem Holocaust. Für Palästinenser ist die Zeit als Nakba bekannt, als Katastrophe mit dem Verlust von Heimatorten, Flucht und Vertreibung.
Die Zivilbevölkerung
Ungefähr 700.000 Palästinenser wurden während des Krieges zu Flüchtlingen oder verloren ihren Wohnort. Historiker unterscheiden zwischen Flucht vor Kämpfen, Vertreibungen, Angst und anderen lokalen Ursachen. Eine einzige Erklärung passt nicht auf jede Stadt. Auch jüdische Bewohner mussten bestimmte Gebiete verlassen, unter anderem das jüdische Viertel der Jerusalemer Altstadt. Familien verloren Häuser, Eigentum und Nachbarschaften. Ein sorgfältiger Geschichtsartikel muss beide Perspektiven darstellen, ohne die unterschiedlichen Größenordnungen und historischen Zusammenhänge zu verwischen.
Waffenstillstand und geteiltes Jerusalem
Im Jahr 1949 wurden Waffenstillstandsabkommen geschlossen. Ihre Linien, später oft Grüne Linie genannt, waren keine anerkannten endgültigen Grenzen. Jerusalem blieb geteilt: Israel kontrollierte den Westen und Jordanien den Osten einschließlich der Altstadt. Fragen zu Flüchtlingen, Staatsgrenzen, Sicherheit und heiligen Stätten blieben ungelöst. Diese Entwicklung beeinflusste die späteren Nahostkriege und die Friedensverhandlungen über Jahrzehnte hinweg.
Erinnerung und historische Forschung
Jom haAtzmaut und der palästinensische Nakba-Gedenktag erinnern an dieselbe Epoche mit grundverschiedenen Erfahrungen. Akten, Zeitzeugenaussagen, Karten und wissenschaftliche Arbeiten helfen, die einzelnen Vorgänge nachzuvollziehen. Es ist wichtig, den Bürgerkrieg ab Ende 1947 von der anschließenden Phase zwischen den Staaten zu unterscheiden. Eine historisch verantwortliche Darstellung darf weder Israels Staatsgründung noch das Leid der palästinensischen Bevölkerung ausblenden.
Quellen
Oktober 2026