Operation Entebbe und der Tod von Yonatan Netanyahu 1976

Die Entführung des Flugzeugs
Am 27. Juni 1976 wurde ein Flugzeug der Air France auf der Strecke von Tel Aviv nach Paris nach einer Zwischenlandung in Athen entführt. Die Entführer zwangen die Maschine nach Uganda. Dort wurden Passagiere am Flughafen Entebbe festgehalten, unterstützt durch das Regime von Idi Amin. Ein Teil wurde freigelassen, doch israelische und jüdische Geiseln blieben in Gefahr. Die Täter verlangten die Freilassung von Gefangenen, während die israelische Regierung über Verhandlungen und eine mögliche Rettungsaktion beriet.
Die spektakuläre Rettung
In der Nacht vom 3. auf den 4. Juli flogen israelische Transportmaschinen Tausende Kilometer bis nach Uganda. Spezialkräfte näherten sich dem alten Terminal und griffen den Ort der Geiselnahme an. Der Plan beruhte auf intensiver Aufklärung und dem Ziel, die Gefangenen rasch zu befreien. Die meisten Geiseln konnten nach Israel ausgeflogen werden. Der Einsatz gilt als eine der bekanntesten militärischen Rettungsaktionen des Landes, war jedoch nicht ohne Opfer und erhebliche Risiken.
Wer starb in Entebbe?
Oberstleutnant Yonatan „Yoni“ Netanyahu führte die beteiligten Soldaten der Eliteeinheit Sayeret Matkal und wurde während des Einsatzes getötet. Er war der ältere Bruder von Benjamin Netanyahu, dem späteren Ministerpräsidenten. Benjamin Netanyahu starb nicht in Entebbe. Drei Geiseln kamen bei der Rettungsaktion ums Leben; Dora Bloch, die vorher in ein Krankenhaus gebracht worden war, wurde anschließend ermordet. Weitere Menschen wurden verletzt, auch ugandische Soldaten und Entführer starben.
Bedeutung und Kritik
Der Erfolg löste in Israel und weltweit große Aufmerksamkeit aus. Viele Menschen würdigten die Befreiung unschuldiger Zivilisten. Zugleich entstand eine Debatte über staatliche Souveränität und den Einsatz von Gewalt auf fremdem Territorium. Später erhielt der Einsatz zu Ehren des gefallenen Kommandeurs den Namen Operation Yonatan. Filme, Bücher und Gedenkveranstaltungen machten ihn zum Teil des israelischen Nationalgedächtnisses. Historiker betrachten neben dem militärischen Mut auch die politischen und rechtlichen Fragen.
Quellen und Zahlen
Bei Angaben zur Zahl der Geiseln muss zwischen den ursprünglich entführten Passagieren, den zuvor Freigelassenen und den in der Nacht des Einsatzes noch Festgehaltenen unterschieden werden. Deshalb können verschiedene Veröffentlichungen unterschiedliche Werte nennen. Die israelische Nationalbibliothek, das Archiv des Verteidigungsministeriums und historische Unterlagen der Knesset bieten hilfreiche Quellen. Der Bericht sollte immer auch die Lebensgeschichten der Geiseln berücksichtigen und nicht nur die Einsatzplanung.
Quellen
Oktober 2026