Rabbiner Israel Meir Lau: Überlebender, Oberrabbiner und Autor

26 October 2026 / 26. Oktober 2026

Israel Meir Lau wurde 1937 im polnischen Piotrków Trybunalski geboren, überlebte als Kind die Schoah und kam 1945 ins britische Mandatsgebiet Palästina. Von 1993 bis 2003 war er aschkenasischer Oberrabbiner Israels. Seine Erinnerungen Out of the Depths schildern Verlust, Rettung und Wiederaufbau.

Kindheit, Familie und Schoah

Israel Meir Lau wurde 1937 in Piotrków Trybunalski in Polen geboren. Er entstammte einer Familie mit langer rabbinischer Tradition; sein Vater Mosche Chaim Lau wurde während der Schoah ermordet. Der junge Israel Meir, als Kind auch Lulek genannt, überlebte Verfolgung, Deportation und das Konzentrationslager Buchenwald. Seine Mutter und zahlreiche Angehörige kamen ebenfalls ums Leben. Mit seinem älteren Bruder Naphtali erreichte er 1945 das britische Mandatsgebiet Palästina. Yad Vashem dokumentiert diese Biografie mit historischen Aufnahmen und einer ausführlichen Darstellung seiner Rettung.

Vom Schüler zum Oberrabbiner

Lau studierte nach der Befreiung Tora und Talmud an verschiedenen religiösen Lehrhäusern. Im Lauf seiner Tätigkeit übernahm er Rabbinerämter in Gemeinden sowie leitende Funktionen in Netanja und Tel Aviv-Jaffa. Von 1993 bis 2003 amtierte er als aschkenasischer Oberrabbiner Israels. Das israelische Oberrabbinat hat eine aschkenasische und eine sephardische Spitze. Aufgaben, gesellschaftliche Stellung und staatliche Befugnisse dieses Amtes werden in Israel durchaus kontrovers diskutiert. Lau ist deshalb auch eine Figur der modernen israelischen Religions- und Gesellschaftsgeschichte.

Rabbi Israel Meir Lau; Wikimedia Commons attribution-only photograph
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Seine Bücher und Schriften

International wurde Lau besonders durch seine autobiografischen Erinnerungen Out of the Depths bekannt, die 2011 auf Englisch erschienen. Darin beschreibt er seine verlorene Kindheit, den Weg durch Lager und Verfolgung, die Rettung und das neue Leben nach dem Krieg. Andere Veröffentlichungen befassen sich mit jüdischem Religionsrecht, Ethik und religiösen Alltagsfragen, darunter Arbeiten unter den Titeln Yahadut: Halacha LeMaase und Yachel Israel. Erinnerungsberichte sind wertvolle persönliche Quellen; ihre Einordnung profitiert zusätzlich von Forschung, Dokumenten und Archivarbeit.

Öffentliche Worte und Verantwortung

Lau trat wiederholt bei Gedenkveranstaltungen und im interreligiösen Dialog auf. Als Vorsitzender des Yad-Vashem-Rates betonte er die Pflicht, Erfahrungen der Überlebenden an jüngere Generationen weiterzugeben. Er hat sich außerdem zu Zusammenhalt und Spaltungen in der israelischen Gesellschaft geäußert. In einem Interview 2023 verglich er die Sorge über innere Konflikte mit religiösen Lehren über die Zerstörung des Zweiten Tempels. Das ist eine mahnende gesellschaftliche Deutung und keine Behauptung, er habe ein bestimmtes Ereignis historisch vorhergesagt.

Rabbi Israel Meir Lau; Wikimedia Commons attribution-only photograph
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Bibliografie, Nachweise und Verwechslungsgefahr

Yad Vashem bietet biografische Unterlagen und ausgewählte historische Bilder. Der Eintrag von Google Books weist die englische Autobiografie bibliografisch nach. Bei Amazon verlinken wir ausdrücklich eine Suchanfrage, keine unbestätigte Produktverfügbarkeit. Leser sollten auch zwischen Israel Meir Lau und dessen Sohn David Lau unterscheiden: Beide waren aschkenasische Oberrabbiner Israels, jedoch in unterschiedlichen Amtszeiten. Seriöse Darstellungen kombinieren die öffentlichen Erinnerungen eines Zeitzeugen mit wissenschaftlichen Angaben und unterscheiden Zitate, Interpretationen und nachprüfbare historische Fakten.

Sources / Quellen