Rosch ha-Schana: jüdisches Neujahr, Schofar und Bräuche
26 October 2026 / 26. Oktober 2026

Rosch ha-Schana ist das zweitägige jüdische Neujahrsfest am Beginn des Monats Tischri. Der Schofar, Gottesdienste, Apfel mit Honig und weitere symbolische Speisen stehen für den Wunsch nach einem guten Jahr. Das Fest leitet die zehn Tage der Umkehr bis Jom Kippur ein.
Neujahr und religiöse Bedeutung
Rosch ha-Schana beginnt am ersten Tischri und dauert auch in Israel zwei Tage. Das jüdische Jahr richtet sich nach einem lunisolaren Kalender, weshalb die Feier im bürgerlichen Kalender jedes Jahr anders liegt. Das Fest ist fröhlich, aber kein bloßes Silvester: Mit ihm beginnen die zehn Tage der Umkehr, die zu Jom Kippur führen. Gottesdienst, Familiengemeinschaft, persönliche Selbstprüfung und Hoffnungen auf ein gutes Jahr gehören zusammen. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Verantwortung jeder Mensch für sein Handeln übernimmt.
Schofar und Gottesdienst
Das Schofar ist ein Widderhorn, dessen besondere Tonfolgen während der Gebete erklingen. Die Tradition verbindet seinen Klang mit Erinnerung und dem Ruf zur inneren Umkehr. Wenn der erste Feiertag auf den Schabbat fällt, wird nach der orthodoxen Regel an diesem Tag nicht geblasen. Gebete widmen sich göttlichem Königtum, Erinnerung und Gewissensprüfung. Die Musik und Aussprache unterscheiden sich zwischen Gemeinden; für Besucher ist respektvolles Verhalten beim Gottesdienst selbstverständlich.

Festessen und Symbole
Bekannt ist der Brauch, Apfelstücke in Honig zu tauchen. Dazu kommen runde Challabrote, Granatäpfel, Datteln und andere symbolische Speisen. Der genaue Ablauf unterscheidet sich zwischen Familien aus Europa, Nordafrika, dem Nahen Osten und weiteren Regionen. Für viele Kinder ist das Festessen ein wichtiger Weg, die eigene Familiengeschichte kennenzulernen. Segenswünsche wie Schana towa sprechen den Wunsch nach einem guten und süßen Jahr aus. Solche Bräuche ergänzen die religiöse Bedeutung, ersetzen aber nicht das Nachdenken über das eigene Verhalten.
Taschlich und zehn Tage der Umkehr
Bei Taschlich gehen viele Gemeinden an ein Gewässer und sprechen besondere Gebete. Symbolisch geht es um das Abwerfen von Fehlern, nicht um die buchstäbliche Beseitigung menschlicher Verantwortung. Manche Menschen nutzen die Feiertage, um Streit zu beenden oder alte Beziehungen zu erneuern. Der Zeitraum bis Jom Kippur fordert dazu auf, eigenes Verhalten kritisch zu betrachten und Versöhnung nicht nur zu versprechen, sondern praktisch zu suchen.

Rosch ha-Schana in Israel
Behörden und zahlreiche Geschäfte schließen; viele Familien bereiten große Mahlzeiten vor oder besuchen Verwandte. Öffentliche Verkehrsmittel fahren nach den Regelungen der Feiertage. Religiöse und säkulare Israelis gestalten diese Tage unterschiedlich. Bemerkenswert ist, dass Rosch ha-Schana auch in Israel zwei Tage gefeiert wird, während mehrere andere jüdische Feste außerhalb Israels länger dauern. Im Jahr 2026 begann das Fest am Abend des 11. September und endete am 13. September nach Einbruch der Nacht.
Sources / Quellen
Ein Fest mit vielen Traditionen
Die Gebräuche unterscheiden sich unter anderem zwischen marokkanischen, jemenitischen, irakischen, europäischen und weiteren jüdischen Familien. Die vertraute Kombination aus Apfel und Honig ist nur eine von mehreren Möglichkeiten, einen Wunsch nach einem guten Jahr auszudrücken. Wer die Vielfalt der Speisen und Melodien wahrnimmt, erkennt, wie Menschen aus unterschiedlichen Regionen zur Entwicklung der israelischen Kultur beitragen. Diese Vielfalt lässt sich nicht auf einen einzigen angeblich verbindlichen Festtisch reduzieren.