Anschlag auf El Al am Flughafen Wien-Schwechat 1985

26 October 2026

Historischer Hintergrund

Am 27. Dezember 1985 griffen drei bewaffnete Täter am Flughafen Wien-Schwechat Passagiere an, die sich am Abfertigungsschalter der israelischen Fluggesellschaft El Al befanden. Gegen neun Uhr morgens warfen sie Handgranaten und schossen in die Menschenmenge. Drei Reisende wurden unmittelbar getötet, zahlreiche weitere verletzt. Unter den Opfern waren Menschen aus Österreich und Israel. Während der Flucht wurde einer der Attentäter von der Polizei erschossen; zwei weitere wurden festgenommen. Historische Berichte unterscheiden deshalb ausdrücklich zwischen den getöteten Passagieren und der Gesamtzahl der Toten einschließlich des Täters.

Interpretive illustration of a 1980s airport, NOT archival documentation
Interpretive illustration of a 1980s airport, NOT archival documentation

Menschen und Wendepunkte

Der Angriff erfolgte fast zeitgleich mit einem Anschlag auf den Flughafen Rom-Fiumicino, bei dem ebenfalls internationale Flugreisende betroffen waren. Die Abu-Nidal-Organisation beanspruchte die Verantwortung. Sie war eine militante palästinensische Gruppierung, die sich von der PLO abgespalten hatte; die PLO verurteilte die Taten. Der Wiener Angriff richtete sich nicht gegen ein Flugzeug in der Luft, sondern gegen wartende Menschen im öffentlichen Terminal. Einige spätere Darstellungen beschreiben weitergehende Pläne der Täter, doch diese müssen als berichtete Absichten und nicht als tatsächlich erfolgte Entführung unterschieden werden.

Jewish community in Vienna, contextual illustration
Jewish community in Vienna, contextual illustration

Quellen und Erinnerung

Österreichische Polizeikräfte und israelische Sicherheitsbeamte erwiderten das Feuer. Die Täter verließen das Flughafengebäude und flohen mit einem Fahrzeug, bevor die Verfolgung endete. Die beiden überlebenden Attentäter wurden 1987 in Wien zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Der Anschlag löste Diskussionen über Flughafensicherheit, internationale Zusammenarbeit und den Schutz von Passagieren aus. Die Österreichische Mediathek bewahrt eine zeitgenössische Radiosendung über die Ereignisse auf; ORF und das österreichische Innenministerium veröffentlichten spätere Rückblicke.

Symbolic remembrance graphic
Symbolic remembrance graphic

Langfristige Folgen

Beim Gedenken sollten die Menschen im Mittelpunkt stehen, die an diesem Tag starben oder verletzt wurden, sowie ihre Angehörigen und die Rettungskräfte. Das Ereignis kann weder mit anderen Anschlägen am Wiener Flughafen noch mit dem Synagogenanschlag von 1981 gleichgesetzt werden. Die hier verwendete Illustration zeigt ein historisch inspiriertes Flughafenumfeld und ist ausdrücklich kein authentisches Pressefoto der Gewalttat.

Sources and further reading